39 Stundenwoche für Hessen-Nassau, 30 Urlaubstage für Kurhessen-Waldeck, bis zu 3 Prozent mehr Gehalt für Mitarbeitende im Betreuungsdienst der Eingliederungshilfe, Anrechnung von 10 Stunden der täglichen Arbeitszeit bei Freizeiten, Vertretungsbereitschaftszuschläge

Obwohl die eigentlichen Entgeltverhandlungen erst im Jahr 2023 beginnen, hat Ihr VKM  nach langwierigen, schwierigen Verhandlungen in der Arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie Hessen in deren außerordentlichen Sitzung am 4. August bereits jetzt erhebliche Verbesserungen für die Mitarbeitenden der Diakonie Hessen erzielt.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Für Mitarbeitende, die unter den Anwendungsbereich der „Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie in Hessen und Nassau“ (AVR.HN) fallen,  wird die Arbeitszeit ab dem 01.01.2023  von zurzeit  40 Wochenstunden auf 39 Wochenstunden reduziert.

Für Mitarbeitende, die unter den Anwendungsbereich der  „Arbeitsvertragsrichtlinien für den Bereich des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck“ (AVR.KW) fallen wird der Jahresurlaub ab dem 01.01.2023 von 29 Urlaubstagen auf 30 Urlaubstage erhöht.

Mitarbeitende,  im Betreuungsdienst  in Einrichtungen der Eingliederungshilfe erhalten eine Betreuungsdienstzulage. Diese beträgt  bis einschließlich Entgeltgruppe 8 monatlich 130 Euro, ab der Entgeltgruppe 9 beträgt die Zulage monatlich 180 Euro. Ebenfalls wurde die sog. „Heimzulage“ um monatlich 40,00 Euro erhöht.

Regelung der Ausgleichsruhezeiten für Mitarbeitende bei der Durchführung von Freizeitmaßnahmen: Hat die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter die Aufsichts- und/oder Betreuungsfunktion anlässlich von Veranstaltungen die nicht am dienstmäßigen Arbeitsplatz erfolgen und ist ein Übernachten an diesem Ort erforderlich – wie Ferienfreizeiten, Seminare – wird an den Tagen der Veranstaltung die tägliche Arbeitszeit mit 10 Stunden berechnet.

Die Rahmenbedingungen für das sogenannte „Holen aus dem Frei“, das immer wieder in der Belegschaft zu viel Unmut führte, wurden erstmalig geregelt. Mit der Ausgestaltung eines Vertretungsbereitschaftszuschlags soll zur Entlastung von Mitarbeitenden das Maß an Vertretungssicherheit zur Aufrechterhaltung einer angemessenen Dienstplanung verbessert werden.  Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verpflichtet, sich auf Anordnung des Dienstgebers für ein Zeitfenster von bis zu einer Stunde an einer der Dienstgeberin bzw. dem Dienstgeber anzuzeigenden Stelle bereitzuhalten, um auf Abruf am gleichen Kalendertag die Vertretung für eine andere Mitarbeiterin bzw. einen anderen Mitarbeiter im Dienstplan zu übernehmen (Vertretungsbereitschaft). Es können bis zu drei Vertretungsdienste im Monat angeordnet werden .Für die Zeit der Vertretungsbereitschaft erhält die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter einen Vertretungszuschlag in Höhe von 30 Euro je Vertretungsbereitschaft. Wird die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter in der Zeit der Vertretungsbereitschaft zur Übernahme einer Vertretung abgerufen, erhöht sich der Zuschlag auf 45 Euro. Die im Rahmen der Übernahme der Vertretung geleisteten Arbeitsstunden sind Arbeitszeit. Für die freiwillige und kurzfristige Übernahme von Diensten an im Dienstplan mit Frei eingeplanten Tagen auf Anfrage des Dienstgebers erhalten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Zuschlag von 60 Euro.

Die Anpassung der Entgelte an die neuen Mindestlöhne sowie die Pflegezulage wurden zusätzlich beschlossen, so dass es in den unteren Entgeltgruppen ab 1. Oktober zu Entgeltsteigerungen kommt.

Zu guter Letzt wurde in Hessen Nassau die doppelte Ausschlussfrist abgeschafft.